mit Harald Bischoff




Die Zwischen-Musik der heutigen Sendung kommt von
Tom Wende und Laura Wachter aus der CD "Stadt im Süden" (Lieder über München) - Eigenverlag
www.wachterwende.de
CD-Präsentation: 16. Januar im Heppel & Ettlich


Es ist Zeit und auch Gelegenheit dazu, in Sachen Kabarett und Kleinkunst ins letzte Jahr zurückzuschauen! Der Inflation der Kleinkunstpreise, die Jahr für Jahr entstehen, haben wir eigentlich nur eines entgegenzusetzen: Die Rückschau auf die Wichtigen Künstler - die unter anderem auch einen - oder vielleicht sogar mehrere Preise mit nach Hause nehmen durften, egal, wie groß oder wie wichtig der nun im Einzelnen sein mag - das ist uns die ersten drei Sendungen im Neuen Jahr wert.

Kleinkunstpreise und Kleinkunstpreisträgerinnen und -Träger, das ist unser Thema heute und an den nächsten beiden Freitagabenden von 21.00 - 22.00 Uhr auf dieser Frequenz.

Dabei werden wir hauptsächlich auf eigene Aufnahmen zurückgreifen - aber auch kolportierte Fremdaufzeichnungen sollen hier zu Gehör gebracht werden.

Alles im Sinne einer qualifizierten Rückschau auf die kleinen Geister von gestern, die letztendlich ohne Preise nicht das hätten werden können, was sie heute sind - oder auch im aktuellen Jahr werden können.

Wollen tun sie alle und können tun es Viele! Wir haben ein großes Herz, wenn es jetzt gleich heißen wird: Das war 2004 in Sachen Kabarett und Kleinkunst - ungeschminkt und immer lebendig.


Wende/Wachter: "München" - CD "Stadt im Süden"


Rolf Miller http://www.koeln-comedyagentur.de/main.html
"Keinen Grund zur Veranlassung" sieht der "Meister des unfreiwilligen Humors" - Rolf Miller - in seinem neuen Programm und wir dürfen uns auf ein neues Halbsatz-Festival freuen. Denn er benutzt nicht nur hanebüchene Formulierungen um seine scheinbar absichtlosen Wortverdrehungen um eigentlich klare Situationen bis ins unkenntliche zu verstümmeln. Spätestens dann ist uns wieder alles klar - oder hat da jemand zwischendurch gezweifelt - womöglich am eigenen Verstand?

Diese Angst vor der eigenen kognitiven Inkompetenz brachte im - vielleicht - im letzten Jahr den Goldenen Spaten für den Kabarett-Senkrechtstarter 2004 ein. Dieser Preis wurde erstmals 1999 vom Lustspielhaus in München, der Bühne im Hofgarten Aschaffenburg und dem Bayerischen Rundfunk ausgelobt.
"Bildung ist machbar" behauptet er - unbeirrt von der Pisa-Studie und seinen persönlichen Formulierungsschwierigkeiten ....


Rolf Miller (Ausschnitt aus alter Demo-CD)

Georg Kreisler http://www.georgkreisler.de
Was kann man über Georg Kreisler heute noch sagen, ohne ihm zu nahe zu treten?
Inzwischen wird er selbst von Künstlern wie Martina Ottmann oder Mario Adorf interpretiert. Er ist Vorbild für Generationen von kleinen und großen Künstlern, zu Lebzeiten - was kann man sich sonst noch wünschen? Einen Kleinkunstpreis vielleicht?

Georg Kreisler ist am 18. Juli 1922 in Wien geboren und im Alter, als andere Jungs Fußball spielten, mit seinen Eltern 1938 nach Amerika geflüchtet, hat Bücher geschrieben und Lieder auf die Welt gebracht, die heute noch so aktuell sind wie damals, als sie entstanden sind!

Der Ehrenpreis des Goldenen Spatens ging 2004 an den Schriftsteller und Komponisten Georg Kreisler, der mit 16 Jahren nach Amerika ausgewandert ist, die amerikanische und die Schweizer Staatsbürgerschaft angenommen hat, heute in der Schweiz lebt und nichts so sehr hasst, wie Geburtstagsgrüße aus Österreich, auf dessen Staatsbürgerschaft er nach dem 2. Weltkrieg verzichtet hat.

Bitte wundern Sie sich heute, bei Liederliches und Kleinkunst nicht, wenn wir einen Titel auf englisch bringen, in dem er seinen Psychoanalytiker beschimpft: 1947 ist dieses Lied entstanden - Georg Kreisler war 25 Jahre alt - und es trägt den Titel: "My Psychoanalyst is an Idiot"!


Georg Kreisler: My Psychoanalyst Is An Idiot
CD Preisser Records


Martina Schwarzmann http://www.martina-schwarzmann.de
Sie ist die Senkrechtstarterin 2004 in Sachen Liederliches und Kleinkunst. Direkt aus dem Kuhstall schaffte sie es im letzten Jahr in die "Hall of Fame" des Deutschen Kleinkunstgewerbes. Natürlich hat die PaulanerSolo- und Scharfrichterbeil-Preisträgerin (jeweils 2. Platz) ihre Herkunft nicht vergessen, deswegen jetzt ein Lied über Fliegen - das sind die kleinen Unruhestifter im Kuhstall und auf den Schweineschnitzeln !
Und noch was:
Den Mann, der sie mindestens zweimal 2004 auf den zweiten Platz verwiesen hat, den stellen wir Euch in der nächsten Sendung vor. Ob der das in 2005 aber noch mal schaffen wird, das wird Martina sei Dank, verhindert werden....


Martina Schwarzmann: Keine Fliege kann mir was zuleide tun - LORA-Mitschnitt, Giesinger Bahnhofsbrettl Oktober 2004

Wende/Wachter: "Der erste Kuss am Monopteros" - CD "Stadt im Süden"


Nun zu den Preisträgern des anerkannten "Deutschen Kleinkunstpreises", der seit 1972 im Mainzer Unterhaus verliehen wird.

Philipp Sonntag, Bodo Wartke und Frank-Markus Barwasser hatten 2004 die Ehre, die Preise in ihren Kategorien in Mainz abzuholen. Allesamt keine Unbekannten, aber für den größten der deutschen Kleinkunstpreise ist ja bekanntlich kein Weg zu weit.

Philipp Sonntag (keine Webseite)
Beginnen wir mit Philipp Sonntag und einer Reflexion auf Deutsche Soldaten, die im Frieden wenig zu tun haben, außer bei Flutkatastrophen zu helfen - oder mal einen geilen Absturz mit einem Tornado in Cavalese hinzulegen.

Alles nicht so ernst gemeint - oder? Aber seine Arbeit in Film, Funk und Fernsehen war verdientermaßen in der Kategorie: KLEINKUNsT den Weg wert ins Mainzer Unterhaus für den Deutschen Kleinkunstpreis 2004!


Einspielung: Philipp Sonntag (aus Harald Bischoffs "Schuhregal-Produktion" - was immer das ist... ;-)

Wende/Wachter: "Kater Kurt" - CD "Stadt im Süden"


Tom Wende und Laura Wachter waren das - sie haben Lieder über München gemacht und zusammengestellt und werden diese am 16. Januar im Theater Heppel & Ettlich vortragen. Ein bemerkenswerter Einsatz für die Weltstadt mit Herz, ein Termin den ich selbst nicht zu verpassen versuche ...

Bodo Wartke http://www.bodowartke.de
Jetzt zu Bodo Wartke. Er durfte den begehrten Preis vom Mainzer Unterhaus 2004 in der Kategorie: "Chanson, Musik und Lied" mit nach Hause nehmen, - wir gratulieren und so, oder so ähnlich muss sein Beitrag geklungen haben:


Bodo Wartke: Ein Denkmal denkt
CD "Ich denke, also sing ich - live"


Frank-Markus Barwasser http://www.pelzig.de
ist durch seine Stammtisch-Dreier-Gespräche zwischen Dr. Göbel, Erwin Pelzig und Hartmut bekannt geworden.
Und genau das war sein Trumpf und er durfte den Deutschen Kleinkunstpreis 2004 in der Kategorie Kabarett vom Mainzer Unterhaus nach Hause tragen: Vielleicht mit der peinlichen Geschichte von der Wagenpanne, die Sie jetzt nachempfinden dürfen:


Frank Markus Barwasser - Titel ??? CD ???


Sie hörten die erste Folge der "Grossen Geister 2004" - der Kabarettisten und Kabarettistinnen, die letztes Jahr etwas gewonnen haben - was immer das auch zu bedeuten haben mag.

Einen Sendemitschnitt dieser 3-teiligen Übersicht der Preisträger 2004 können Sie bei uns bestellen. Und zwar
- per e-mail an gt@liederliches.de oder
- per Telefon: 089 / 44 88 371

Nächsten Freitag um die gleiche Zeit geht's hier weiter mit weiteren großen Geistern aus der Kabarettszene 2004.





Radiotips für Januar 2005 und zwei Veranstaltungstips für Sonntag, 9.1.2005
zusammengestellt von Gudrun Taubmann



ACHTUNG - Korrektur:
Bei der Sendung sind mir leider gleich zwei Fehler unterlaufen:
1. Radiomax kommt freitags um 16.06 Uhr (NICHT um 15.06 Uhr)
2. Die "Liederzeit" kommt nur einmal im Quartal! (nicht einmal monatlich)
nächster Termin: 1.+2. April 2005



Radiomax in Bayern 2 Radio http://www.br-online.de/kultur-szene/sendungen/radiomax/index.xml
immer Freitag um 16.06 Uhr mit Wiederholung am Samstag um 20.05 Uhr

Die Kleinkunst-Sendung auf Bayern 2 Radio - RadioMax Kabarett & Comedy wird jeden Freitag um 16.06 Uhr ausgestrahlt - mit Wiederholung am Samstag um 20.05 Uhr.
Einmal im Quartal soll hier künftig die aktuelle Liederbestenliste - also die Hitparade der deutschsprachigen Liedermacher - vorgestellt werden. Der nächste Termin ist morgen um 20.05 Uhr in Bayern 2 Radio.
Am Freitag dem 14. und Samstag, dem 15. Januar gibt es ein Portrait von Willy Astor, dem Kalauer-König vom Hasenbergl


Folkfenster - die Sendung für Folk und Liedermacher auf LORA München 92,4
jeden 2. Montag im Monat 22 - 24 Uhr http://www.folkfenster.lora924.de

Auf LORA München gibt es neben "Liederliches & Kleinkunst" noch eine zweite Sendung, in der auch immer wieder deutsche Liedermacher zum Zug kommen: Das Folkfenster - an jedem 2. Montag im Monat, von 22 bis 24 Uhr - also auch wieder am kommenden Montag dem 10. Januar.
Markus Helfenberger wird sich diesmal den sogenannten "Volksmusiktagen" widmen, die in München jedes Jahr im Januar stattfinden - und deren Programm ein hochinteressantes Spektrum zwischen Volksmusik, Folk, Musikkabarett und Weltmusik bietet.


Querköpfe im Deutschlandfunk. Mittwochs um 21.05 Uhr http://www.dradio.de/dlf/playlist/dlf_querkoepfe/aktuell/

Im Deutschlandfunk gibt es jeden Mittwoch um 21.05 Uhr Kabarett und Kleinkunst in der Sendereihe "Querköpfe".
am 12. Januar hören Sie dort eine Geburtstags-Sendung für das Studentenkabarett "Rohrstock" aus Rostock
am 19. Januar geht es um den Stand-Up-Komiker Bernhard HoŽcker
und am 26. Januar gibt es eine Sendung über die musikalische Comedy des Michael Sens



Eine ausführliche Vorschau auf Radiosendungen in Sachen Kleinkunst in diesem Monat gibt es wie immer auf "Gudruns Webseite": http://people.freenet.de/gudrunt



Zwei Veranstaltungstips für Sonntag, den 9.1.2005

Fei Scho machen "Neue Volksmusik" - eine, gelegentlich im wahrsten Sinne des Wortes, wilde Mischung aus traditionellen Tänzen, die mit Pep und Biss und immer mit einem gewissen Augenzwinkern neu arrangiert und interpretiert werden, bis hin zu "funkigen" Eigenkompositionen von Stefan Straubinger.

Ausschnitte aus der Demo-CD (Aufnahme vom 10.10.2004)
Björn - Fußgängerzonen-Walzer - Automobil-Schottisch - Französische Mazurken - Schädelweh-Polka

Fei Scho spielen am Sonntag, dem 9. Januar um 11 Uhr zum Frühschoppen im Wirtshaus zum Fraunhofer; dort darf auch getanzt werden!
Ein Konzert geben sie am Sonntag, dem 6. Februar, um 20.30 Uhr im Theater im Fraunhofer.



Bappa e Zittu heißt eine weitere interessante Formation, die sich um die Sängerin Andrea Pancur - bekannt von der Klezmer-Gruppe Massel Tov - gebildet hat. Bappa e Zittu haben "unbekannte Lieder aus bekannten Ländern rund ums Mittelmeer" gesammelt und in ihrem ganz eigenen Stil arrangiert. Verzehrende Weisen aus Neapel und den Balearen, Fetzer aus Sardinien und Galizien, oder arabische Rhythmen - schöne, wilde Musik, gekonnt interpretiert. Und eben nicht so brav und traditionell, wie man es von Folk-Gruppen oft kennt, sondern gelegentlich auch mit deutlichen Einflüssen aus der Rockmusik. Hier ein paar kurze Kostproben:

Ausschnitte aus der Demo-CD: Menamori - Dilli Dilli - Tango

Bappa e Zittu (zu deutsch übrigens "Iss und Schweig") spielen
diesen Sonntag, also am 9. Januar, um 20.30 im Theater im Fraunhofer
und am Sonntag, dem 27. Februar im Cafe Drehleier (das neuerdings "Szenerie" heißt, und sich neben der Kleinkunstbühne Drehleier in der Rosenheimer Str. 123 befindet).